Studentischen Projekte

Reha-Technik aus dem 3D-Drucker

Nach Operationen besteht das Risiko, dass sich ein eingegipster Fuß oder Arm versteift und erst durch wochenlange Physiotherapie und intensives Üben wieder zu seiner ursprünglichen Beweglichkeit zurückfindet. Auch bei einem Schlaganfall kann es vorkommen, dass ein Patient alltägliche Bewegungen neu einüben muss.

In diesen Fällen hilft ein professioneller Therapeut. Zusätzlich können moderne Trainingsgeräte eingesetzt werden, um die Beweglichkeit und Muskelkraft mithilfe von maschineller Stimulation zu verbessern. Solche aktiven Orthesen, sogenannte Exoskelette, sind allerdings ausgesprochen teuer und bislang nicht in die reguläre Krankenversorgung integriert.

Unter Leitung von Prof. Detlef Riemer haben deshalb die zwei Maschinenbau-Studenten Frank Schmidt und Michael Sanne ein neues Exoskelett für die Handrehabilitation entwickelt. Die „Exohand“ wird wie ein Handschuh getragen und kann alle fünf Finger der Hand beugen und strecken. Die Einstellung der gewünschten Beuge- und Streckwinkel erfolgt über eine eigens programmierte Software. Das Besondere: Die Bauanleitung und Software zu den Reha-Geräten soll im Internet frei verfügbar sein, die Produktionskosten dank Rapid Prototyping unter 100 Euro pro Exemplar liegen.

„Unsere Vision ist, dass die Exohand mit Bauteilen aus dem 3D-Drucker und zugekaufter Mechanik aus dem normalen Handel ganz einfach zusammengebaut werden kann“, erklärt Frank Schmidt.

Bis die Exohand als Reha-Technik wirklich zu Therapiezwecken eingesetzt werden kann, ist es zwar noch ein weiter Weg. Aber in ihren Bachelor-Arbeiten haben die beiden Studenten anhand zweier verschiedener Konstruktionsprinzipien gezeigt, dass diese Vision möglich werden kann. Nun wird im Robotik-Labor von Prof. Detlef Riemer an der weiteren Optimierung der Exohand geforscht.  

Kontakt: Prof. Dr.-Ing. Detlef Riemer

Rebecca Schweier "EINBLICKE 2016" S. 40.

Prof. Dr.-Ing.
Detlef Riemer
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+49 341 3076-4116